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FH Burgenland: Neuer Studiengang für Hebammen geplant

Expertinnen und Experten orten in ganz Österreich einen akuten Hebammenmangel. Im Burgenland gab es für junge Menschen bisher keine Möglichkeit zur Ausbildung für diesen wichtigen Gesundheitsberuf. Nun soll an der FH Burgenland am Studienstandort Pinkafeld ein sechssemestriges Bachelorstudium Hebamme entstehen. „Uns ist bewusst, wie wichtig eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Hebammenleistungen für die Bevölkerung ist. Wir setzen daher seitens des Landes Maßnahmen, die die Qualität der Ausbildung garantieren und gleichzeitig einem Hebammenmangel gegensteuern“, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Ein Entwicklungsteam nimmt bereits in diesen Tagen seine Arbeit auf - Studienstart für 15 Studierende soll der Herbst 2022 sein. Das Land übernimmt die Finanzierung. Für die Ausbildung sind keine Studiengebühren vorgesehen.

Pinkafeld, 23.07.2021 – Seit dem Jahr 2007 ist für die Ausbildung zur Hebamme ausschließlich ein sechssemestriges, wissenschaftlich fundiertes Studium an einer Fachhochschule zu absolvieren. Ausbildungsstandorte für Hebammen-Ausbildungen gibt es derzeit in Wien, Krems, Graz, Klagenfurt, Linz, Salzburg und Innsbruck. Künftig soll es auch im Burgenland einen Ausbildungsstandort geben. Im Auftrag des Landes startet die FH Burgenland mit der Konzeption eines Hebammen Studiums, das im Herbst 2022 anlaufen soll. Das dreijährige Bachelorstudium schließt mit dem akademischen Titel Bachelor of Science in Health Studies (BSc) ab und soll als Vollzeitstudium geführt werden. Wie an Fachhochschulen üblich, werden Praktika verpflichtender Bestandteil des Studiums sein. Der Studiengang steht jährlich 15 Studierenden offen, im Vollausbau wird er somit 45 Plätze aufweisen. Wie auch bei allen anderen Studiengängen der FH Burgenland werden keine Studiengebühren anfallen. Anmelden können sich Interessierte bereits ab Oktober 2021 unter www.fh-burgenland.at

Doskozil: Umfassende Gesundheitsversorgung für das Burgenland
Treibende Kraft hinter dem neuen Studiengang ist das Land Burgenland, allen voran Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. „Eine sichere und stabile Gesundheitsversorgung für alle Burgenländerinnen und Burgenländer zu garantieren, ist eines unserer Hauptziele. Dazu gehört auch die wichtige und wertvolle Arbeit von Hebammen, die ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Gesundheitsangebotes ist“, so der Landeshauptmann. Die Landesregierung habe darum die FH Burgenland mit der Entwicklung eines eigenen Hebammen Studiums für das Burgenland beauftragt und sei sehr zuversichtlich, dass man im Land damit den wachsenden Bedarf an Fachpersonal im Bereich der Schwangerenbetreuung und Geburtshilfe decken werde können. Das Land erkläre sich weiters als Erhalter bereit, den Studiengang über eine adäquate Studienplatzfinanzierung nachhaltig zu finanzieren, sagt Doskozil.

Winkler: FH bietet optimale Rahmenbedingungen für neuen Studiengang
„Die FH Burgenland ist eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen des Landes und konnte unter anderem im Bereich Gesundheit in den letzten Jahren ihren hervorragenden Ruf weiter ausbauen. Bildung ist ein dynamischer Prozess. Daher ist es wichtig, das Bildungsangebot an die gesellschaftliche Entwicklung und den Bedarf anzupassen“, betont Bildungslandesrätin Daniela Winkler. Der neue Studiengang wird unter optimalen Rahmenbedingungen im Burgenland aufgebaut und betrieben werden können, ist die Landesrätin überzeugt: „Wir bieten mit dem neuen Studiengang jungen Menschen ein weiteres, sinnstiftendes Bildungsangebot, mit Jobsicherheit in einem absoluten Zukunftsfeld.“

Kayer: Berufsbild verändert sich
Beate Kayer, Vorsitzende des Burgenländischen Hebammengremiums, weist auf die sich stetig ändernden Herausforderungen im Berufsbild der Hebamme hin. So sei etwa neben der Hebammenberatung im Eltern-Kind-Pass die vermehrte Nachfrage der Frauen nach Leistungen in der Schwangerschaft, wie Schwangerenvorsorge und Geburtsvorbereitung, und aufgrund immer kürzer werdender Belagsdauern nach der Geburt die Anfragen nach Hebammenbeistand im häuslichen Wochenbett zur Versorgung von Mutter und Kind gestiegen.

Erforderlich erscheint zudem eine Ausweitung der sogenannten „Kassenleistungen und -stellen“. Jede Frau in Österreich habe im Falle der Mutterschaft Anspruch auf Hebammenbeistand im Wochenbett. Die medizinischen Hebammenleistungen sind somit Kassenleistungen. „Im Burgenland gibt es derzeit nur zehn Kassenhebammenstellen, wobei davon nur sechs tatsächlich besetzt sind“, führt Kayer aus.

Pehm: Zuspruch auch von Bundesebene erwartet
Die FH Burgenland bietet aktuell rund 60 unterschiedliche Ausbildungsprogramme (Lehrgänge, Studiengänge, akademische Lehrgänge zur Weiterbildung, Doktoratsprogramme in Kooperation mit internationalen Universitäten) in den Wissenschaftsfeldern Wirtschaft, Informationstechnologie, Soziale Arbeit, Energie&Umwelt sowie Gesundheit und verzeichnet im Studienjahr 2020/21 rund 6.000 Studierende (rund 2.400 ordentlich Studierende und 3.600 außerordentlich Studierende). „Wir sind anerkannte Profis im Konzipieren und Durchführen von Studiengängen“, zeigt sich FH Geschäftsführer Georg Pehm optimistisch. „Ein Entwicklungsteam bestehend aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Berufsfeld nimmt nun unmittelbar seine Arbeit auf.“ Nach Genehmigung des Studiengangs durch die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ) wolle die FH Burgenland das neue Studium mit September 2022 starten.

Gollner: Neues Studium ergänzt Spektrum im Gesundheitsbereich
Die FH Burgenland führt derzeit drei akkreditierte Bachelor- und zwei akkreditierte Masterstudiengängen im Gesundheitsbereich und verfügt in dieser Disziplin über langjährige wissenschaftliche sowie praxis- und anwendungsorientierte Lehr- und Forschungskompetenz. „Wir bieten jungen Menschen Ausbildungsmöglichkeiten auf hohem Niveau für eine Karriere in den unterschiedlichsten Bereichen des Gesundheitswesens“, erklärt Departmentleiter Erwin Gollner. „Der neue Studiengang Hebamme ergänzt unser Portfolio optimal. Studierende finden am Standort Pinkafeld nicht nur die fachlich-wissenschaftlichen Rahmenbedingungen vor, sondern profitieren auch von unserer langjährigen Erfahrung in den Bereichen Gesundheitsmanagement, Gesundheitsförderung, der interdisziplinären Ausbildung von Gesundheitsberufen sowie der anerkannt gut entwickelten Hochschuldidaktik.“

 

Mehr Informationen zu den Studiengängen der FH Burgenland finden Sie unter www.fh-burgenland.at. In einigen Studienprogrammen besteht noch die Möglichkeit, sich um einen Restplatz zu bewerben. Infos auf unserer Website oder unter beratung@fh-burgenland.at

 

Pressebild © FH Burgenland