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FH Burgenland - Masterarbeit: Corona-konformes Reisen nach schwedischem Vorbild

In ihrer Masterarbeit im Studiengang European Studies der FH Burgenland beschäftigte sich Absolventin Rita Bolesch mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den heimischen Tourismus und stellte einen Vergleich mit der Lage in Schweden an. Wie in vielen Bereichen gingen die Schweden auch im Tourismus andere Wege. Haben sie auch das Corona-konforme Reisen erfunden? Und was war eigentlich die Rolle der EU in dieser Tourismus-Krise?


Eisenstadt, 19.10.2021 – Die Covid-19 Pandemie hatte dramatische Auswirkungen auf die Tourismusbranche, und zwar weltweit. Warum aber haben manche Länder – wie etwa Österreich – mehr Schaden dadurch genommen, als andere? Die FH Burgenland Absolventin Rita Bolesch ging für ihre Masterarbeit dieser Frage nach und befragte insgesamt 16 Expertinnen und Experten in Österreich, Schweden und der EU. „Schweden
hat aus mehreren Gründen weniger unter den Reisebeschränkungen gelitten als Österreich. Einer davon ist, dass Schwedens Wirtschaft nicht so wie unsere vom Tourismus abhängig ist.“ Andere Branchen, etwa industrielle Branchen seien dort stärker am BIP beteiligt – während in Österreich 2019 die Tourismusbranche 11% zum BIP beitrug, waren es in Schweden nur 7%. (Quelle: https://www.statista.com/statistics/1228395/travel-and-tourism-share-of-gdp-in-the-eu-by-country/)

Auch hätte Schweden flexibler auf die Veränderungen durch Corona reagiert. „Es gab kaum Arbeitslosigkeit. Viele Beschäftigte im Tourismusbereich wechselten kurz- oder mittelfristig und vor allem sehr unbürokratisch die Branche. Durch Umschulungen konnten viele somit ihre Arbeit behalten“, erklärt Bolesch.


Nachhaltigkeit im Tourismus boomt

Außerdem sei es in Schweden während der gesamten Pandemie immer möglich gewesen, im eigenen Land zu reisen. „Die Schweden sind eine andere Art Urlaub gewöhnt“, so Bolesch. „Städtetourismus spielt viel weniger eine Rolle als in Österreich. Schweden machen keine Massenurlaube, sondern erholen sich in der Natur abseits von Ballungszentren.“ Ein Trend, der mittlerweile auch in anderen Ländern deutlich spürbar ist. Nachhaltigkeit
im Tourismus boomt. Urlauberinnen und Urlauber setzen vermehrt ihren Fokus auf energie- und naturschonende Destinationen sowie auf Erholung und Sicherheit. Auch der Sommer 2021 hätte einen deutlichen Trend zum Urlaub am Bauernhof, dem Campingplatz oder der Ferienhütte gezeigt.


Was macht eigentlich die EU?

Für ihre Arbeit sprach die Absolventin mit Touristikerinnen und Touristikern in Österreich und Schweden sowie mit EU-Experten, unter anderem mit der EU-Referentin für den Bereich Tourismus, Misa Labarile. Die EU hat in den letzten eineinhalb Jahren mehrere Milliarden Euro an Unterstützung ausbezahlt, so die Referentin. „Interessanterweise herrscht bei der Bevölkerung jedoch die Meinung vor, die EU sei in diesem Bereich relativ untätig gewesen. Dabei kommen die Finanzspritzen, die schlussendlich von den Ländern verteilt werden, im Endeffekt aus Brüssel“, klärt Bolesch auf. Dieser Umstand hätte weiter zum Imageproblem der EU beigetragen. Nach der Umsetzung des „grünen Pass“ im Frühsommer 2021 würde in der EU aktuell intensiv an generellen Reisebedingungen für ganz Europa gearbeitet.

 

Wie reisen wir in Zukunft?

„Bis es wieder Städteflüge um € 20 gibt, wird es noch lange dauern“, meint Bolesch, die auf viel Erfahrung im Tourismusbereich zurückgreifen kann. Auch Fernreisen in Destinationen wie Thailand oder Bali sind ihrer Ein-schätzung nach noch länger nicht möglich. „Die Österreicherinnen und Österreicher haben 2020/21 ihr eigenes
Land wiederentdeckt und erkannt, dass es Sinn macht, das Geld im eigenen Land auszugeben. Nur: Österreicherinnen und Österreicher reichen vor allem im Städtetourismus nicht aus, um schwarze Zahlen zu schreiben.
Wir sind von ausländischen Touristinnen und Touristen abhängig.“

 


Facts zum Studiengang
Masterstudiengang European Studies – Management of EU-Projects; Abschluss – Master of Arts in Business –
MA; Organisationsform: berufsbegleitend, Freitag 8.30 bis 21.00 Uhr und Samstag 8:30 bis 19:00 Uhr etwa
vierzehntägig; Anzahl der Studienplätze: 24; Studienort: Eisenstadt; Unterrichtssprache: Englisch; keine Studiengebühren.

Mehr Informationen zu den Studiengängen der FH Burgenland finden Sie unter www.fh-burgenland.at. In einigen
Studienprogrammen besteht noch die Möglichkeit, sich um einen Restplatz zu bewerben. Infos auf unserer
Website oder unter beratung@fh-burgenland.at

 

Pressebild © FH Burgenland