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Landesholding Burgenland: Solarenergie von den Landesdächern

Die Klimastrategie der Landesholding Burgenland setzt auf Photovoltaik und effizienten Energiesatz.

Das Burgenland will bis spätestens 2050 klimaneutral werden. Die Betriebe der Landesholding leisten dazu einen entscheidenden Beitrag. Landesrätin Astrid Eisenkopf, Hans-Peter Rucker, Geschäftsführer der Landesholding, und Michael Gerbavsits, Vorstandsvorsitzender der Energie Burgenland AG, präsentierten dazu das neue Energiekonzept der Landesholding. Dieses sieht unter anderem vor, auf den Dächern von landeseigenen Immobilien Photovoltaik-Anlagen zu installieren. Ein neues Energiemanagement-System sorgt dabei für effizienten Energieeinsatz in allen 60 Holdingbetrieben.

„Das Land selbst muss ein Vorbild im Bereich des Klimaschutzes sein. Wir verfügen über eine Vielzahl von Tochterunternehmen, dadurch ergibt sich ein enormes Einsparungspotenzial bei CO2“, so Landesrätin Astrid Eisenkopf bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Das Burgenland ist bekanntlich jenes österreichische Bundesland, in dem statistisch am meisten die Sonne scheint: Alle Dächer der Gebäude im Eigentum von Landesholding-Tochterunternehmen wurden evaluiert – darunter Bezirkshauptmannschaften, Straßenmeistereien, Fachhochschulen und Technologiezentren. In Sachen Photovoltaik-Anlagen ergibt sich folgendes Potenzial: Insgesamt können auf 18.229 m² Dachfläche in einem ersten Schritt 3.089 kWp-Anlagen entstehen und in einem zweiten Schritt weitere 770 kWp-Anlagen realisiert werden (kWp = Kilowatt-Peak).

Neue Anlage auf Technologiezentrum Eisenstadt

Die erste Anlage mit über 313-kWp auf dem Dach des Technologiezentrums Eisenstadt befindet sich bereits im Probebetrieb. Hier werden jährlich rund 330.000 kWh Strom erzeugt und 118.000 kg CO2 eingespart. Weitere Anlagen sind 2019 auf den Dächern der Landesberufsschule und des Tierschutzhauses Sonnenhof in Eisenstadt sowie im März oder April 2020 auf der Landwirtschaftlichen Fachschule Güssing geplant.

Das Energiekonzept der Landesholding fußt auf den Bereichen Energieproduktion, E-Mobilität sowie Energieeffizienz und -einsparung. Dabei sollen laut Landesholding-Geschäftsführer Hans-Peter Rucker neben der Photovoltaik-Offensive in den nächsten Jahren mehr als 50% des Fuhrparks der Landesholding auf E-Fahrzeuge umgestellt werden. Kernstück des landeseigenen Energiekonzeptes ist die Einrichtung eines mit Unterstützung der Forschung Burgenland und der Österreichischen Energieagentur entwickeltes Energiemanagementsystem. „Damit kann der Energieverbrauch jedes einzelnen Standortes gemessen werden. Das Ergebnis: Alle Unternehmen des Landes verbrauchen 98 GWh Energie im Jahr“, sagt Hans-Peter Rucker.

Ziel: Energieverbrauch in der gesamten Gruppe verringern

Durch die Messungen könne auch ermittelt werden, welche Energiesparmaßnahmen welchen Erfolg zeitigen. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass wir den Energieverbrauch in der Gruppe um vier Millionen kWh reduzieren. Und wir wollen den Bereich der Mobilität und den Bereich der Wärme auf CO2-neutrale Energieformen umstellen“, so Rucker.

Im Bereich der Ökostromproduktion macht die Energie Burgenland, die zu 51% im Eigentum der Landesholding steht, das Burgenland zum Vorzeigeland. Vorstandsvorsitzender Michael Gerbavsits sieht für das Burgenland dennoch enorme Herausforderungen im Hinblick auf die vom ehemaligen Nationalrat beschlossene Klimastrategie 2030 mit dem Titel #mission2030, laut der bis zum Jahr 2030 die gesamte Stromproduktion in Österreich mittels erneuerbarer Energie erfolgen soll. Derzeit werden rund 75% durch erneuerbare Energien produziert, dennoch sind die #mission2030-Ziele für die österreichische Energiewirtschaft laut Gebavsits eine enorme Herausforderung und erfordern etwa bei Photovoltaik-Strom ein Plus von 1000%.

 „Der Beitrag der Energie Burgenland zur Erreichung der #mission2030-Ziele besteht einerseits darin, in Photovoltaik-Projekte in Höhe von mindestens 36 Millionen Euro zu investieren sowie das Stromnetz auszubauen. Damit soll die Stromproduktion aus Sonnenenergie bis 2025 verzehnfacht werden“, so Gerbavsits.