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FH Burgenland: Spenden macht glücklich

Hinter dem Schlagwort Fundraising steckt mehr, als nur um Geld zu bitten. Rupert Roniger, Geschäftsführer von Licht für die Welt International, bringt seine Expertise dazu im Bachelor Internationale Wirtschaftsbeziehungen in der Vertiefung Social Business ein. Denn, Fachkräfte mit internationalen Kenntnissen und sozialem Engagement sind gefragt.

Eisenstadt, 19. Dezember 2019 - „Wer spendet, ist glücklicher.“ - So lautet das Ergebnis einer Studie, die Rupert Roniger, Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins „Licht für die Welt International“, in seinem ersten Gastvortrag zum Thema Fundraising an der FH Burgenland zitiert. Auch der kürzlich veröffentlichte Spendenbericht des Fundraising Verbandes Austria zeigt, dass die Spendenfreudigkeit steigt. Alleine in Österreich wird im Jahr 2019 ein Spendenvolumen von 700 Mio. € erwartet. Die Arbeit, die sämtliche NGOs und Hilfsorganisationen täglich leisten, ist von großer Bedeutung und gewinnt immer mehr an Relevanz. Die Nachfrage an Expertinnen und Experten mit einer fundierten Ausbildung und Erfahrungen in gemeinnützigen Organisationen ist enorm. „In der neuen Vertiefungsrichtung Social Business im Bachelorstudiengang Internationale Wirtschaftsbeziehungen erlernen sozial engagierte und interessierte Studierende genau dafür das erforderliche Know-how und punkten zusätzlich mit ihren internationalen Skills“, erläutert Studiengangsleiterin Tonka Semmler-Matošić.

Mehrwert vermitteln

Wie entwickelt man die richtige Fundraising Strategie und welche aktuellen Trends gibt es? Genau das und noch mehr lernten die Studierenden in einer Lehrveranstaltung zum Thema Fundraising von Rupert Roniger. Er selbst konnte vielfältige Erfahrungen im Rahmen seiner Tätigkeit für den internationalen Verein „Licht für die Welt“ sammeln, der sich für blinde und anders behinderte Menschen in Afrika einsetzt. „Heutzutage reicht es lange nicht mehr aus, nur einen Erlagschein in den Briefkasten zu werfen. Es geht vielmehr darum, eine Geschichte zu erzählen und die Spenderinnen und Spender zu bewegen“, erzählt Roniger. Dabei sei es wichtig die Menschen zu überzeugen und sich an aktuelle Trends und Entwicklungen im digitalen Zeitalter anzupassen. „Man benötigt gut durchdachte Strategien, um Spenderinnen und Spender auf so unterschiedlichen Kanälen zu erreichen, ihnen die Wirkung, den Impact der Spende im Sinne der Zielsetzungen der Organisation zu vermitteln und sie somit zum Spenden zu bewegen“, so Roniger weiter. „Wenn man weiß, dass man mit seiner Spende etwas Gutes tut, eine positive Wirkung auslöst und zum Beispiel einem blinden Menschen in Afrika das Augenlicht zurückgibt, dann vermittelt das ein gutes Gefühl. In der Studie ’Does Giving Make You Happier? Or Do Happier People Give?’ zeigt Patrick Svedin (Director of Development USU College of Science), dass uns Spenden glücklicher macht. Egal, ob es sich hier um Geld- oder Zeit-Spenden handelt“. Daher sei es heutzutage wichtig, die richtige Botschaft zu vermitteln und zu zeigen, was mit den Spenden passiert. „Spenderinnen und Spender wollen heutzutage genau wissen, wohin ihre Spenden gehen und informieren sich vermehrt online. Digital- Strategy-Manager im Social Business sind gefragter denn je und der Bedarf ist auch in NGOs national und international gewaltig.“

Professionelle Ausbildung gefragt

Dass sich ein internationales Wirtschaftsstudium mit sozialem Engagement gut verbinden lässt, beweist die FH Burgenland mit der Vertiefungsrichtung Social Business, die im Herbst 2019 erfolgreich angelaufen ist. Denn für eine berufliche Zukunft in diesem Bereich sind sowohl Erfahrungen und Engagement im Wohltätigkeitsbereich, als auch eine fundierte wirtschaftliche Ausbildung und ausgeprägte Sprachkenntnisse von Vorteil. Nicht ohne Grund haben sich die Studierenden für die Vertiefung Social Business entschieden. Studentin Sandra Smierciak arbeitet neben ihrem Studium in der Katholischen Frauenbewegung Österreich und kennt sich mit den Aufgaben in Hilfsorganisationen und der Bedeutung des Spendens genau aus: „Ein Euro ist doppelt so viel wert, wenn man ihn spendet. Damit kann viel mehr bewirkt werden, als man denkt.“ Auch für Studentin Anisa Abraham ist das Spendenthema schon seit vielen Jahren Standard, denn: „In unserer Familie spenden wir jedes Monat 10% unseres gesamten Einkommens an wohltätige Organisationen, dabei beschließen wir zusammen jeden Monat aufs Neue, wofür wir diesmal spenden wollen. Das können kleinere Vereine oder auch große Organisationen jeglicher Art sein. Hauptsache wir tun etwas Gutes.“ Anisa bereitet sich aktuell auf ihr 4-monatiges Berufspraktikum in Tschechien vor, um internationale Erfahrungen zu sammeln und das erlernte Wissen im betrieblichen Alltag zu erproben. Mit all diesen Voraussetzungen werden Absolventinnen und Absolventen in Zukunft sehr gefragt sein. Das bestätigt auch Rupert Roniger, der vom Engagement der Studierenden in seiner ersten Lehrveranstaltung zum Thema Fundraising sehr begeistert war.

Facts zum Studiengang

Bachelorstudium – Wirtschaftsstudium mit zentral- und osteuropäischer Dimension – 6 Semester – Vollzeit (MO bis FR) oder berufsbegleitend (jede Woche: Freitag halbtags, Samstag ganztags) – Akademischer Grad „Bachelor of Arts in Business“ – Studienort Campus Eisenstadt – Zugang: Matura, Studienberechtigungs- oder Berufsreifeprüfung, Vorbereitungslehrgang mit Zusatzqualifikationsprüfung. Studierende erhalten die Möglichkeit, sich in folgenden Bereichen zu spezialisieren: Finanz-, Rechnungswesen und Controlling, Einkauf – Logistik, Marketing – Sales, Tourismusmanagement und Social Business. Anmeldung für den Studienstart im Herbst 2020 ist noch bis 31. März 2020 möglich.

Informationen unter www.fh-burgenland.at, der InfoLine 05 7705 3500 und am Infotag der FH Burgenland am Samstag, 14. März 2020, von 9 bis 14 Uhr am Studienzentrum Eisenstadt.