Herzchirurgie an der Klinik Oberwart erfolgreich gestartet

Stephan Kriwanek, Andreas Ochsenhofer, Hans Peter Doskozil, Wolfgang Dietl und Veronika Matzi in der Klinik Oberwart
Stephan Kriwanek, Andreas Ochsenhofer, Hans Peter Doskozil, Wolfgang Dietl und Veronika Matzi in der Klinik Oberwart © LMS/Stefan Wiesinger

Die erste herzchirurgische Operation des Burgenlandes ist Mitte März in der Klinik Oberwart erfolgt: Dr. Wolfgang Dietl hat die Aortenklappe eines 65-jährigen Patienten aus dem Südburgenland erfolgreich operiert. Damit ist die neue Abteilung für Herzchirurgie offiziell gestartet und ein weiterer Schritt in der konsequenten Weiterentwicklung des Burgenlandes als moderner, zukunftsorientierter Standort getan. 

Burgenland schließt wichtige Versorgungslücke

Bisher war das Burgenland eines von nur zwei österreichischen Bundesländern ohne eigene herzchirurgische Einrichtung. Patientinnen und Patienten mussten für Eingriffe wie Bypass-Operationen, Herzklappenersatz oder Aortenchirurgie bislang nach Wien, St. Pölten oder Graz reisen. Die höchste kardiovaskulären Morbiditäts- und Mortalitätsrate aller österreichischen Bundesländer sowie Faktoren wie eine immer älter werdende Bevölkerung, der steigende Bedarf an Behandlungen im Bereich Herzmedizin und bestehende Versorgungslücken machten eine eigene Abteilung für Herzchirurgie im Burgenland notwendig.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betonte den Stellenwert des Projekts bei der Pressekonferenz: „Es ist ein großer Erfolg, dass wir den burgenländischen Patientinnen und Patienten nun in Wohnortnähe auch Herzoperationen ermöglichen können. Aufgrund der Gastpatiententhematik war es ein wichtiger und längst notwendiger Schritt."

Ambitionierte Pläne für ein Herz-Zentrum

Dr. Wolfgang Dietl, seit November 2025 interimistischer Leiter der neuen Abteilung, zieht eine positive Zwischenbilanz: „Was den Aufbau der Abteilung betrifft, haben wir in kurzer Zeit bereits viel erreicht. Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent fortzusetzen." Das langfristige Ziel ist ambitioniert: „Unser langfristiges Ziel ist der Aufbau eines Herz-Zentrums an der Klinik Oberwart mit jährlich bis zu 500 Operationen innerhalb der nächsten fünf Jahre."

Dietl ging zudem aus dem gestrigen Hearing für die Primariatsstelle der neuen Abteilung als Erstgereihter hervor. Ab April 2026 verstärkt Dr. Roland Toth Ph.D. das Team als zweiter Herzchirurg – ein weiteres Zeichen dafür, dass der Aufbau planmäßig und zielstrebig voranschreitet.

Modernste Ausstattung, starkes Team

Die Klinik Oberwart verfügt bereits über alle notwendigen Voraussetzungen in den Bereichen Kardiologie, Intensivmedizin, Chirurgie, Labor- und bildgebende Diagnostik. Die ärztliche Direktorin Priv.-Doz. Dr. Veronika Matzi unterstreicht die Qualität der Vorarbeit: „Dank der hervorragenden und kompetenten Vorarbeit der vergangenen Monate konnte der herzchirurgische Betrieb mit entsprechender personeller und technischer Ausstattung – darunter Herz-Lungen-Maschine, ECMO und modernste OP-Instrumente – erfolgreich aufgenommen werden."

Univ.-Prof. Dr. Stephan Kriwanek, medizinischer Geschäftsführer der Gesundheit Burgenland, ergänzt: „Gerade bei Herzerkrankungen können lange Wartezeiten oder Abweisungen schwerwiegende Folgen haben. Wir sind stolz darauf, dass die herzchirurgische Tätigkeit nun aufgenommen werden konnte, mit einem enormen Mehrwert für die Bevölkerung in der Region."

Primar Andreas Ochsenhofer, Leiter der Inneren Medizin, blickt noch weiter nach vorne: „Es wird hier in Oberwart ein Herzzentrum entstehen, das einzigartig in Österreich ist. Vom gesamten Spektrum der interventionellen minimalinvasiven Kardiologie bis zu Operationen am offenen Herzen wird hier künftig alles abgedeckt."

Wir sind auf Kurs

Die neue Herzchirurgie ist damit nicht nur ein medizinischer Meilenstein – sie steht exemplarisch für die Entwicklung des Burgenlandes: zielgerichtet, nachhaltig und mit dem klaren Anspruch, für die Menschen im Land das Beste zu erreichen. Ein Anspruch, den wir als Landesholding Burgenland und unsere Tochtergesellschaften täglich leben.