Die Grundstruktur des bestehenden Landesfeuerwehrkommandos und der Landesfeuerwehrschule Burgenland stammt aus dem Jahr 1968, der Baubeginn war bereits 1963. Das bestehende Gebäude ist nach rund 60 Jahren daher am Ende seines Lebenszyklus und in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäß. Einerseits entspricht es thermisch und ökologisch nicht mehr den heutigen Standards, was sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Energieeffizienz massiv beeinträchtigt. Andererseits ist die Infrastruktur dem stark gestiegenen Bedarf nicht mehr gewachsen. Die gestiegene Zahl an Feuerwehrmitgliedern, Gerätschaften und Verwaltungsaufgaben erfordert zudem deutlich mehr Personal und Büroräume, als bei der Errichtung 1968 vorgesehen war. Das Landesfeuerwehrkommando betreut im Burgenland über 18.000 Mitglieder, die Landesfeuerwehrschule bildet jährlich mehr als 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in rund 250 Lehrgängen und 60 unterschiedlichen Lehrgangstypen aus. Mit der aktuellen Raum- und Übungssituation sind diese Kapazitäten nicht mehr bewältigbar. Hinzu kommen gravierende bauliche Probleme wie undichte Heizungs- und Wasserleitungen sowie ein sich absenkendes Park- und Übungsgelände. Auch die Parkplatzsituation ist unzureichend. Die Erhaltungskosten beliefen sich auf einen sechsstelligen Eurobetrag, die nun mit der Modernisierung deutlich sinken werden.
„Unsere Feuerwehren erbringen täglich Höchstleistungen – oft unter schwierigsten Bedingungen. Dafür brauchen sie eine Ausbildungsstätte, die den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht. Mit dem Neu- undUmbau schaffen wir moderne Rahmenbedingungen für mehr als 18.000 Feuerwehrmitglieder im Burgenland und investieren nachhaltig in Ausbildung, Sicherheit und Einsatzbereitschaft“, sagte der Landesfeuerwehrkommandant.
Die Geschäftsführerin der Landesimmobilien Burgenland nannte die wichtigsten Details dieses Projekts: Im vorderen Teil des Areals werden zwei Hauptgebäude mit Büros für die Verwaltung, einem Internat samt Speisesaal und Küche neu entstehen, die durch einen Verbindungstrakt mit Schulungsräumen verbunden sein werden. Insgesamt soll wenig Boden neu versiegelt werden. Wichtig ist die neue Parkgarage, denn für die Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer wie auch die Beschäftigten des Landesfeuerwehrkommandos waren bereits zu wenige Kfz-Abstellflächen vorhanden. Im Übungsbereich, der sich im hinteren Bereich des Landesfeuerwehrkommandos befinden wird, sollen beispielsweise ein Gleiskörper, ein zweispuriger Autobahnabschnitt wie auch ein Übungs- und Löschteich entstehen. Besonders berücksichtigt wurde bei den Planungen das Thema Nachhaltigkeit. Die LIB will eine Vorreiterrolle einnehmen und nicht nur die gesetzlichen Rahmenbedingungen erfüllen, sondern auch eine Klima Aktiv-Zertifizierung erreichen. Die bestehende Photovoltaikanlage wird erweitert, und es wird auch erstmalig ein Speicher verbaut, um die erzeugte Energie zu speichern. Dadurch sollen die Betriebskosten auf ein Minimum reduziert werden, erklärte Benedek.
Alle Details zur Neugestaltung bzw. Modernisierung des Landesfeuerwehrkommandos:
Kosten: 30,5 Mio. Euro netto
Bebaute Fläche: ca. 5.750 m²
Nutzfläche Gesamt: ca. 10.780 m²
Fakten Neubau:
Östlicher Trakt (Verwaltungs- und Schultrakt):
Erdgeschoss neu: 3 Seminarräume ( zu den bestehenden Lehrsaal 3), Frontoffice, Büro Ausbilder
Obergeschoss: Verwaltung
Westlicher Trakt (Sozialtrakt und Internat):
Erdgeschoss: Küche und Speisesaal, Arzt- und Untersuchungsräume
Obergeschoss: 18 Zimmer inklusive Aufenthaltsraum
Verbindungstrakt:
- 2 Lehrsäle durch mobile Trennwand getrennt – variable Nutzung
Parkgarage:
- UG: Parkplätze für Lehrgangsteilnehmer / Besucher
- UG: Parkplätze für Angestellte / Firmen-Pkw
Weitere Maßnahmen:
Umbau des Feuerwehrmuseums
Erdgeschoss: Ausbildungshalle
Pumpenprüfstand
Werkstätten inkl. Büro
Zubau Einstell- und Lagerfläche
Umgestaltung Übungsgelände:
2-spurige Autobahn inkl. Übungstankstelle
Gleisköper mit Wagon
Vegetationsbrandbekämpfung
Übungsteich mit fixer Saugstelle und Dammanlage
Tauchbecken für Tauchlehrgänge

