Vom Seegrund aufs Feld: Seemanagement macht Schlamm zu wertvollem Bodenhilfsstoff
Dort, wo die entsprechende Infrastruktur bereits vorhanden ist, wird der Seeschlamm während der Wintermonate über Transportleitungen in sogenannte Absetzbecken gepumpt. Dort trocknet er bis zum Sommer weitgehend ab, bevor er weiterverwendet wird. In den vergangenen Jahren konnte diese Infrastruktur auf mittlerweile fünf funktionstüchtige Anlagen erweitert werden. Jede besteht aus ein bis zwei Absetzbecken. Fünf weitere Anlagen sollen in den kommenden Jahren folgen und die Kapazitäten des Seemanagements weiter ausbauen. Eine der wichtigsten Aufgaben des Seemanagements in den Sommermonaten ist die Leerung dieser Absetzbecken. Das getrocknete Material aus der vergangenen Saison wird für Bodenverbesserungsmaßnahmen auf landwirtschaftliche Flächen aufgebracht.
Zertifizierung als Meilenstein
Geschäftsführer Erich Gebhardt hebt hervor, dass die im vergangenen Jahr erfolgte Zertifizierung des Sediments als Bodenhilfsstoff ein entscheidender Meilenstein war: „Dadurch wird das Material nicht mehr als Abfall, sondern als wertvolles Produkt und Rohstoff anerkannt. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Verwertung.“
Nutzen für die Landwirtschaft
Wie sich das in der Praxis auswirkt, weiß Landwirt Johannes Eder aus erster Hand: „Vor allem sandige Böden werden verbessert, weil der Schlamm ein guter Wasserspeicher ist. Das kommt der Kultur zugute. Ein wesentlicher Faktor ist auch der Humusaufbau. Durch die Ausbringung von etwa drei bis fünf Zentimetern pro Quadratmeter erreichen wir die Anreicherung von etwa vier bis sieben Jahren guter Humuswirtschaft.“ Mit dem weiteren Ausbau der Absetzbecken-Infrastruktur und der Zertifizierung als Bodenhilfsstoff schafft das Seemanagement damit gleich doppelten Nutzen: eine nachhaltige Seepflege und eine wertvolle Ressource für die regionale Landwirtschaft.

