Weichenstellung im Sozialbereich: Neuer Fachbereichsleiter für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie

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Eine wesentliche, zukunftsorientierte personelle Weichenstellung im Sozialbereich des Landes Burgenland präsentierte Soziallandesrat Leonhard Schneemann am Montag, den 8. Juni 2026 im Rahmen einer Pressekonferenz: Der klinische Psychologe Andreas Kollar übernimmt ab sofort bei den Sozialen Diensten Burgenland (SDB) die Fachbereichsleitung für die Bereiche Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene. Künftig verantwortet er inhaltlich den Psychosozialen Dienst und die Kinderpsychiatrie und bildet damit die Klammer über den Erwachsenenbereich sowie den Kinder- und Jugendbereich. „Der Bedarf an psychosozialer Unterstützung steigt spürbar. Menschen aller Altersgruppen und gesellschaftlicher Hintergründe sind zunehmend belastet. Das Spektrum reicht von persönlichen Lebenskrisen und schweren psychischen Erkrankungen über massive familiäre Herausforderungen bis hin zu totaler Überforderung, Einsamkeit oder komplexen, scheinbar ausweglosen Lebenssituationen. Hilfe darf in solchen Situationen kein Spießrutenlauf durch den Behördendschungel sein, sondern muss genau dort ankommen, wo sie dringend gebraucht wird – rasch, unbürokratisch, fachlich exakt abgestimmt, möglichst wohnortnah und vor allem mit klaren, verlässlichen Ansprechpersonen. Der neue Fachbereichsleiter soll hier für eine fachliche Steuerung und Koordination sorgen und die Verknüpfung der einzelnen Bereiche optimieren“, betonte Schneemann.

Das Burgenland verfügt über ein breites und qualitativ hochwertiges psychosoziales und soziales Unterstützungsnetz. Allein die Sozialen Dienste Burgenland (SDB) bündeln mittlerweile mehr als 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedensten Pflege-, Betreuungs- und Sozialangeboten, wie dem Psychosozialen Dienst (PAS), der in allen Bezirksvororten mit eigenen Standorten vertreten ist, oder auch der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, die in Eisenstadt, Oberwart und Neusiedl am See junge Menschen bis zum 18. Lebensjahr behandelt.
Landesrat Schneemann erklärte: „Das Angebot ist breit aufgestellt. Die Nachfrage ist jedoch enorm groß. Und daraus ergibt sich eine entsprechend hohe Verantwortung für uns als Land. Genau deshalb reicht das Verwalten des Status quo nicht aus. Wir brauchen jetzt eine noch stärkere fachliche Bündelung und Steuerung, die der neue Fachbereichsleiter übernimmt.“

Fachbereichsleiter als Ansprechperson für alle Akteure
Die Kernaufgaben des neuen Fachbereichsleiters Andreas Kollar bestehen laut Schneemann darin, „den Erwachsenenbereich und den Kinder- und Jugendbereich konsequent stärker zusammenzudenken, die bestehenden Angebote noch enger und effizienter zu verknüpfen und die Schnittstellen zwischen den einzelnen Institutionen klarer und durchlässiger zu gestalten, um so unnötige Doppelgleisigkeiten konsequent zu vermeiden.“ Weiters soll er die fachlichen Standards im gesamten Land kontinuierlich weiterentwickeln, als zentrale, starke Ansprechperson für alle Akteure zur Verfügung stehen und damit die psychosoziale Versorgung im Burgenland als Ganzes nachhaltig stärken.
Eine Schlüsselrolle soll der neue Fachbereichsleiter Andreas Kollar auch bei der aktuellen Erarbeitung und der anschließenden effektiven Umsetzung eines umfassenden, neuen Psychiatriekonzeptes für das Burgenland übernehmen.

Konkrete Pläne des neuen Fachbereichsleiters
Der klinische Psychologe Andreas Kollar kommt aus der klinischen Praxis und sieht seinen Aufgabenbereich nicht allein bei der Organisation und Struktur: „Es geht immer um Menschen in belastenden Lebenslagen, Kinder- und Jugendliche, Familien, die Unterstützung brauchen. Der erste Fokus liegt auf dem Bereich der Kinder und Jugendlichen. Denn es gilt das System Familie zu erkennen. Die Not eines Kindes bedeutet immer auch die Not einer ganzen Familie. Man kann nicht genug in die Gesundheit der Kinder investieren, denn jedes Kind wird ein Erwachsener. Bei den Erwachsenen geht es um die Behandlung und Begleitung von Menschen mit Suchterkrankungen und schweren psychischen Erkrankungen, aber auch Menschen mit Behinderungen,die meist auch sehr komplexe Bedürfnisse haben. Psychosoziale Belastungen, Behinderungen und komplexe Bedürfnissituationen halten sich nicht an Zuständigkeiten, daher sind Vernetzung, Nähe und regionale Verlässlichkeit besonders wichtig“, so der neue Fachbereichsleiter.
„Gute psychosoziale Angebote müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein und die Übergänge zwischen den einzelnen Institutionen fließend gestaltet werden. Gemeinsam mit den Verantwortungsträgern und Akteuren der einzelnen Institutionen soll daher geschaut werden, wo es strukturelle und personelle Engpässe gibt und noch etwas nachgeschärft werden muss und welche Strukturen beibehalten werden können – das gilt es, gemeinsam mit den verschiedenen Fachstellen herauszuarbeiten. Ein erster Blick auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat gezeigt, dass im Burgenland enormes fachliches Knowhow und Engagement vorhanden sind“, so Kollar.
„Unser Ziel ist ein starkes, modernes und gut vernetztes psychosoziales Unterstützungsangebot im Burgenland. Wir lassen im Burgenland niemanden alleine, wenn er oder sie in eine Krise gerät oder Hilfe braucht. Wir wollen und wir schaffen Angebote, die für jede und jeden erreichbar, optimal aufeinander abgestimmt, wohnortnah und maximal wirksam sind“, so Landesrat Schneemann abschließend.

Die Sozialen Dienste Burgenland (SDB) in Zahlen:
Zu den Pflege-, Betreuungs- und Sozialangeboten der SDB zählen unter anderem:

  • Der Psychosoziale Dienst (PSD) Burgenland,

  • die Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie,

  • unsere mobilen Betreuungs- und Pflegeangebote,

  • die landesweite, kostenlose Pflegeberatung,

  • die Schulassistenz, die direkt in den Klassenzimmern hilft,

  • das Netzwerk Kind Burgenland,

  • die Fachstelle für Suchtprävention,

  • das Krisenzentrum Mörbisch,

  • sowie zahlreiche weitere soziale Unterstützungsangebote

Jährliche Leistungszahlen der einzelnen Bereiche:

  • Der PSD betreut jährlich rund 5.200 Klientinnen und Klienten und verzeichnet dabei 41.000 Kontakte.

  • Die Kinder- und Jugendpsychiatrie fängt rund 2.200 Kinder und Jugendliche pro Jahr auf.

  • Die Fachstelle für Suchtprävention erreicht mit ihrer Aufklärungsarbeit fast 4.200 Personen, darunter Jugendliche sowie Multiplikatoren wie Lehrerinnen und Lehrer, aber auchJugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter.

  • Das Netzwerk Kind Burgenland hat im vergangenen Jahr über 170 Familien intensiv begleitet.